Bahnhof Bochum-Dahlhausen, Foto @ Ernst Käbisch

Zeche Vereinigte General & Erbstollen in Bochum

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von Ernst Käbisch.

Zeche Vereinigte General & Erbstollen in Bochum

Auch im Bochumer Teil des Dreistädteecks um die frühere Bochum-Dahlhausener Schleuse in der Ruhr ist wie in Hattingen und wie in Essen ganz viel an Zechenrelikten aus dem frühen Bergbau zu entdecken. Und heute finde ich sogar 3 Stollenmundlöcher. Gleich zwei davon sind von der einstigen Bochumer Zeche Vereinigte General & Erbstollen.

Das Ziel meines heutigen Ausflugs ist die Zeche Vereinigte General & Erbstollen in Bochum-Dahlhausen. Das ist eins der vielen frühen Bergwerke im Ruhrgebiet und es sind laut Quellen im Internet zumindest 2 Stollenmundlöcher davon erhalten und eventuell ein Maschinenhaus von Schacht Berger.

Wahrscheinlich sind diese Zechenrelikte leicht auffindbare Ziele unweit des S-Bahnhofs Bochum-Dahlhausen. Dazu fahre ich mit der S-Bahnlinie 6 bis Essen und dann mit der S-Bahnlinie 3 Richtung Hattingen Mitte bis hierhin.

Bahnhof Bochum-Dahlhausen, Foto @ Ernst Käbisch
Bahnhof Bochum-Dahlhausen, Foto @ Ernst Käbisch

Stollenmundloch General 2, Schacht Berger

Am S-Bahnhof Bochum-Dahlhausen steht diese Infotafel zu dem Dahlhauser Bergbauwanderweg. Aber ich weiß auch schon so, wie ich zu gehen habe.

Als erstes ist das Stollenmundloch General 2 an der Straßenecke „Am alten General“/ Kassenberger Straße ganz nahe des S-Bahnhofs nur noch mit Mühe zu erkennen. Man sollte dort auch die dazugehörige Infotafel lesen. So ist da ja nur ein letzter Rest eines steinernen Halbrundbogens am Fuß eines Hauses zu sehen. Und ein auf älteren Fotos des Stollenmundlochs noch vor dem Zechenrelikt auf der Straße sich befindlicher Gullideckel, wo man auch das Rauschen des Stollenwassers hören sollte, ist weg. Selbst zu hören ist hier nichts mehr.

Und das Maschinenhaus von Schacht Berger bei Hausnummer 24 auf der Strasse „Am alten General“ ist auch weg. Schon seit 2011 ist das schon so, erfahre ich dann im Internet. Nur noch ein verwildertes ehemaliges Zechengelände inmitten von Wohngebiet ist hier wie so viele andere auch in der Region.

Schacht Berger, das Maschinenhaus ist seit 2011 abgerissen, Foto @ Ernst Käbisch
Schacht Berger, das Maschinenhaus ist seit 2011 abgerissen, Foto @ Ernst Käbisch

Stollenmundloch General 5

Dann gibt es auf der „Eiberger Straße“ ein paar sehr interessante Stellen mit unverkennbaren ehemaligen Zechenwohnhäusern. Dann in dem Haus Nummer 62 an der Straßenecke „Am Ruhrort“ ist jetzt eine Moschee. Während eine mit Kopftuch gekleidete ältere Türkin dieses Haus verlässt, sehe ich die Infotafel davor.

Auf einem kleinen Hof vor der Moschee ist das Mundloch etwas verdeckt durch einen davor aufgestellten Klapptisch. Dann stelle ich ihn eben um. So wird das ja wohl erlaubt sein bei diesem halb-öffentlichen Zechenrelikt. Immerhin ist die Infotafel auch zweisprachig auf deutsch und türkisch.

Ein weiteres Stollenmundloch, General 5 der einstigen Zeche Vereinigte General & Erbstollen ist hier. Und es ist vergittert und der Stollen selber ist zugemauert. Immerhin gibt eine Zeichnung mit Lore im Mundloch auf der Infotafel eine kleine Vorstellung davon, wie der Stollen einst genutzt wurde bei der Kohleförderung, bei der Bewetterung und beim Entwässern des Grubenbaus.

Stollenmundloch General 5, Foto @ Ernst Käbisch
Stollenmundloch General 5, Foto @ Ernst Käbisch

Straße „Im Stapel“, Stollenmundloch der Kleinzeche Glocke

Dann zum S-Bahnhof zurück gehe ich die parallel zur Eiberger Straße verlaufende Straße „Im Stapel“.

Hier sind rechts Wohnhäuser und links ist ein bewaldeter Hügel mit schroffen Felswänden und zum Teil interessanten Mauerresten. So ist stark zu vermuten, dass auch diese mit dem einstigen Bergbau etwas zu tun hatten. Einer dieser Mauerreste ist laut Information mehrerer Internetseiten das zugemauerte Stollenmundloch der einstigen Kleinzeche Glocke. Wahrscheinlich sind auch weitere dieser Mauerreste wie im Muttental in Witten Mundlöcher von Bergbaustollen. Aber es ist bisher jedenfalls noch keine Information darüber zu finden, weder vor Ort noch im Internet.

Über die Hochwasser führende Ruhr gehe ich über den Steinkohlenplatz in Hattingen bis zur Bushaltestelle an der Burgruine Essen-Burgaltendorf.

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Fotos der Tagestour zur Zeche Vereinigte General & Erbstollen in Bochum
© Ernst Käbisch
Weitere Fotos auf seiner Webseite

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Wer ist Ernst Käbisch? – Hier seine eigene Antwort:

Tja, was soll ich erzählen über mich. Eigentlich bin ich gelernter Werbegrafiker, habe aber nur ein paar Jahre mal in dem Beruf gearbeitet und kann da keine Erfolgserlebnisse draus ziehen, mit ansprechender Gestaltung von Verpackungen und Plakaten Schuhcreme oder andere Produkte zu vermarkten. So habe ich in den letzten Jahrzehnten in ganz anderen Berufen gearbeitet, Taxifahrer, Lagerarbeiter, Pizzalieferant, Wachmann und seit ein paar Jahren arbeite ich als Bote im Krankenhaus, was mir ganz gut gefällt, weil die Atmosphäre da sehr menschlich ist.
Mein Haupt“beruf“ ist aber seit Jahren mein Sohn Tim, der inzwischen 13 ist und derzeit altersgemäß über alles meckert und alles besser weiß, aber bisher nur äußerlich so groß ist wie ich.
Mein Interesse an Bergbau ist eher zufällig entstanden, als ich mich mal vor Jahren auf dem Weg zu Schloss Beck in Bottrop mit Freunden in Gelsenkirchen und Umgebung total verfahren habe und gesehen habe, dass das Ruhrgebiet ganz anders ist, als ich immer gedacht hatte, vielseitiger und bunter und viel interessanter.
Ich bin ja in Ratingen geboren (18.7.1957) und habe lange in Berlin gelebt, jahrzehntelang war das Ruhrgebiet nur Transitland für mich. Inzwischen ist es Heimat geworden, wo ich mich wohl fühle wie sonst nirgends.
Meine Homepage: (…)

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