Schwebebahn und Wupper

Ein Besuch im Wuppertaler Zoo

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von Ernst Käbisch.

Oft sind es eher die einfachen Dinge wie so ein Zoo, die die Menschen überzeugen. Fast alle meine Vorschläge an Tim zu einem gemeinsamen Sommerferienausflug kamen bisher nicht gut an. Aber so einen vermeintlichen nullachtfünfzehn-Vorschlag für einen Besuch in den Zoo von Wuppertal findet er prima. Besonders die Elefanten und die Pinguine gefallen ihm.

Was habe ich mir nicht alles Gedanken gemacht, was ich meinem dreizehnjährigen Kind in den Ferien für Angebote machen kann, so dass er mal aus der Bude raus kommt und etwas anderes sieht. Fast alles war nicht so nach seinem Geschmack. Einzig das Grusellabyrinth in Bottrop ging einigermaßen. Aber da fand er den Schluss der Inszenierung zu kitschig, wo alle Besucher mit den eingesammelten Lichtern die Marie Rosenthal aus dem Labyrinth in der ehemaligen Zechenwaschkaue befreiten. Und ich dachte dann schon, er könne nur noch meckern.

Besser fahren wir in den Zoo als zu ehemaligen Kalkwerken

Heute in Wuppertal im Zoo ist das ganz anders. Das ist ehrlich gesagt aber nicht meine Idee. Der Pförtner vom Krankenhaus, wo ich arbeite, brachte mich darauf. Er sagte mir, der Wülfrather „Südseestrand“ und die „Kathedrale“ der ehemaligen Kalkwerke in Wülfrath wären doch wieder nur etwas für meinen Geschmack. Vermutlich hat er sogar recht. Und so habe ich mir gestern noch das mit dem Zoo überlegt.

In Wuppertal sind wir ja auch schnell mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Einmal nur müssen wir am Hauptbahnhof Düsseldorf umsteigen. Und schon ab Wuppertal-Vohwinkel können wir mit der Schwebebahn mitfahren.

Ein bisschen habe ich gehofft, schon das würde ihm gefallen. Immerhin beeindruckt ihn die wahre Geschichte von dem Zirkuselefanten, der 1950 von der Schwebebahn in die Wupper fiel und den Unfall fast unverletzt überstand.

Das letzte Stück schweben wir in den Zoo

Und von der urigen Schwebebahn selber bin mal wieder nur ich beeindruckt. An der Station Zoologischer Garten steigen wir aus.

Zuerst ist es dann im Zoo so, dass wir beide etwas zu meckern haben. Viele der Tiere tun uns leid, die da eingesperrt sind und von den zahlreichen Besuchern begafft werden. Meistens sind heute kleinere Kinder wohl aus Kindergärten mit ihren Betreuern zu Besuch.

Aber auch Tim hat dann seinen Spaß. Erst hat es ihm ein Babyelefant angetan und dann sind es die drolligen Pinguine, die sich in einem gekühlten Haus mit Schnee und eiskaltem Wasserbassin aufhalten. Es sieht aber auch wirklich ulkig aus, wie eigenartig die auf zwei Beinen wie die Menschen herumlaufen. Und einige der kleinen Pinguine spielen sogar mit einigen der kleineren Menschenkinder an der trennenden Glasscheibe.

Die Pinguine sind drollig
Die Pinguine sind drollig

Tiere im Zoo

Viele Tiere aber haben sich von den Menschen abgewandt oder sich gar in ihren oft weitläufigen Gehegen versteckt. Das immerhin finden wir gut, dass z.B. die Löwen viel Auslauf haben. Allerdings bekommt man so eins dieser Raubtiere nur mal von ganz weitem oder von unten! auf einer dicken Glasscheibe von einem Beobachtungshaus zu Gesicht. Und gar nicht zu sehen bekommen wir den sibirischen Tiger oder Bären und Wölfe. Dazu müsste man wohl mal zu einem Fütterungstermin anwesend sein. Immerhin sehen wir dann eine farbenprächtige Schar Flamingos wie in einem Mangrovenwald in den Everglades.

Mein Favoritenausflug in diesen Ferien ist der Zoobesuch zwar nicht, aber für Tim ist es der einzige, den er uneingeschränkt gelten lassen kann.

Wir gehen noch eine Station zu Fuß an der Wupper entlang bis zur nächsten Schwebebahnstation. Auch Wuppertal scheint jetzt (wie Wesel, Hamm, Ennepetal und Berlin) ein typisches Symboltier zu haben. An zahlreichen Plätzen steht hier aber nicht etwa ein bemalter Elefant herum – die Elefanten sind schon die Tiere von Hamm – trotz des einst aus der Schwebebahn gefallenen Zirkuselefanten. Hier in Wuppertal ist es anscheinend der Pinguin, der als mannshohe Figur buntbemalt an zahlreichen Stellen wie am Eingang der Bayerwerke oder auch vorher schon am Zooeingang einzeln oder auch in Gesellschaft herumsteht.

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Fotos zum Besuch des Wuppertaler Zoos
© Ernst Käbisch
Weitere Fotos auf seiner Webseite

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Wer ist Ernst Käbisch? – Hier seine eigene Antwort:

Tja, was soll ich erzählen über mich. Eigentlich bin ich gelernter Werbegrafiker, habe aber nur ein paar Jahre mal in dem Beruf gearbeitet und kann da keine Erfolgserlebnisse draus ziehen, mit ansprechender Gestaltung von Verpackungen und Plakaten Schuhcreme oder andere Produkte zu vermarkten. So habe ich in den letzten Jahrzehnten in ganz anderen Berufen gearbeitet, Taxifahrer, Lagerarbeiter, Pizzalieferant, Wachmann und seit ein paar Jahren arbeite ich als Bote im Krankenhaus, was mir ganz gut gefällt, weil die Atmosphäre da sehr menschlich ist.

Mein Haupt“beruf“ ist aber seit Jahren mein Sohn Tim, der inzwischen 13 ist und derzeit altersgemäß über alles meckert und alles besser weiß, aber bisher nur äußerlich so groß ist wie ich.

Mein Interesse an Bergbau ist eher zufällig entstanden, als ich mich mal vor Jahren auf dem Weg zu Schloss Beck in Bottrop mit Freunden in Gelsenkirchen und Umgebung total verfahren habe und gesehen habe, dass das Ruhrgebiet ganz anders ist, als ich immer gedacht hatte, vielseitiger und bunter und viel interessanter.

Ich bin ja in Ratingen geboren (18.7.1957) und habe lange in Berlin gelebt, jahrzehntelang war das Ruhrgebiet nur Transitland für mich. Inzwischen ist es Heimat geworden, wo ich mich wohl fühle wie sonst nirgends.

Meine Homepage: (…)

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