3-Türme Hagen - Archiv Jörg Bielefeld

Auf dem Dreitürmeweg in Hagen

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von Ulrich Rabenort.

Hagen gilt zurecht im Volksmund, als das „Tor zum Sauerland“. Große meist bewaldete Grünflächen um Hagens-City lassen insbesondere die Herzen der Wanderfreunde höher schlagen. Auswärtige Besucher sind meist über die vielfältigen und abwechslungsreichen Wanderangebote in Hagen überrascht. Ob Wanderungen auf eher flachen Wegstrecken entlang der vier Flüsse oder über Hagens hügeliger grüner Vielfalt.

Am Anfang dieser Entdeckungsreise steht der 3-Türme-Weg, der den Bismarckturm, den Kaiser-Friedrich-Turm und den Eugen-Richter-Turm miteinander verbindet und den Wanderer mit einmaligen Aussichten auf Stadt und Umland bis weit ins Ruhrgebiet belohnt.

Der 11,6 km lange „Drei-Türme-Weg“ beginnt nahe dem Hagener Stadtzentrum am Bahnhaltepunkt Hagen-Oberhagen an der Jägerstraße (oder alternativ an der Böhmerstraße Ecke Zur-Nieden-Straße, beide Ausgangspunkte sind markiert). Von dem Bahnhaltepunkt geht es zunächst entlang der Hochstraße und der Bergstraße zum Fuß des Goldbergs (von der Böhmerstraße kann man direkt in die Bergstraße einbiegen). Über einen Serpentinenfußweg beginnt dann direkt den Anstieg den Goldberg hinauf, bis man hoch über dem Stadtzentrum in Höhe einer Kleingartenanlage die gesamte Innenstadt überblicken kann. Tief unten in der Erde durchquert dabei der Goldbergtunnel, der längste Eisenbahntunnel NRWs, den Berg.

Beeindruckender Bismarckturm - Foto Torsten Pflanz
Beeindruckender Bismarckturm – Foto Torsten Pflanz

Erste Etappe – der Bismarckturm

Alternativ kann man die Wanderung zum Beispiel auch am Parkplatz von Kota Radja / Stadtgarten beginnen. Über einen Fußweg gelangt der Wanderer dann auf den Goldberg. Kurz nach Betreten des Waldes ist schon der erste Turm, der Bismarckturm, zu sehen. Er wurde zum Gedenken an Reichskanzler Otto von Bismarck zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet und am 2. Juli 1901 eingeweiht.

Den Turm rechts liegen lassend, geht es nun weiter durch den Stadtwald den Berg hinauf und über die Höhen des Riegerbergs. Die Waldwege im Stadtwald und deren Kreuzungen besitzen alle eigene Namen, ein Umstand, der der langen Tradition des SGV in Hagen zu verdanken ist. Der Weg, der nun die nächsten Kilometer beschritten wird, heißt Höhenweg, da er auf dem Kamm des bewaldeten Höhenzugs verläuft, der Wehringhausen von Eilpe und Selbeck trennt.

 

Kaiser-Friedrich-Turm Hagen - Foto Stefan Scheer
Kaiser-Friedrich-Turm Hagen – Foto Stefan Scheer

Der „alte“ Kaiser-Friedrich …

Am Kreuzungspunkt Stern geht der Höhenweg in den Kaiser-Friedrich-Pfad über, dem kurz bis vor dem Kaiser-Friedrich-Turm gefolgt wird. Um den Turm zu besichtigen, muß man allerdings den Drei-Türme-Weg kurz verlassen, denn dieser führt weder direkt am Turm vorbei, noch bietet er einen Blick auf den Turm, sondern biegt zuvor nach rechts zum Forsthaus Deerth ab.

Der Kaiser-Friedrich-Turm wurde zunächst als Holzturm im Mai 1891 auf der Hesterthardt erbaut und erfreute sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung. Am 2. Juli 1901 wurde er vom Blitz getroffen und im Jahre 1910, mit Hilfe von Spenden, als Steinturm wieder aufgebaut. Über dem Eingang des 17 Meter hohen Backsteinbaus befindet sich ein Reliefbild aus Bronze mit dem Porträt Friedrichs III. Nach Abgabe eines geringen Entgelts in der benachbarten Gaststätte ist auch die Besteigung des Turms möglich.

 

Am Eugen-Richter-Turm in Hagen - Frank Vincentz
Am Eugen-Richter-Turm in Hagen – Frank Vincentz

Zum Eugen-Richter-Turm

Über den Elsa-Brändström-Weg geht es nun durch Wald in Richtung Forsthaus Deerth über den Kaiser-Friedrich-Pfad und den Försterpfad. Im weiteren Verlauf führt der Weg zum Eugen-Richter-Turm. Der Eugen-Richter-Turm ist eine Doppelturmanlage aus Bruchstein und ist während der Öffnungszeiten der Sternwarte im Sommer mittwochs von 19 bis 21 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr (sowie auf Anfrage) zu begehen.

Über die Zufahrtsstraße geht es noch kurz hinab zur Waldlust, dann ist der Wanderweg nahe dem Wildpark auch schon fast zu Ende. Je nach Startpunkt geht’s weiter bergab bis zum Ausgangspunkt am Kota Radja oder eben durch den Stadtpark bis zur Böhmerstraße / Oberhagen. Auch zum Hauptbahnhof sind es nur noch weitere zwanzig Minuten vom Stadtpark aus – einfach bergab gehen, bis Sie an der B7 heraus kommen, der Hbf ist beschildert.

 

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Nachstehend einige Video-Impressionen der Türme aus der Vogelperspektive
von Ulrich Rabenort

 

Premiumwanderweg

Bei dem 3-Türme-Weg in Hagen handelt es sich um den ersten Premiumwanderweg im Ruhrgebiet. Der erste Bauabschnitt des neu ausgebauten Weges ist der Industrie und der Vernetzung zu Südwestfalen gewidmet. Er soll die industriellen Schwerpunkte der Stadt hervorheben. Unter dem Thema „WasserEisenLand“ können hier große und kleine Wandergäste mitten in der Natur Hagens lokale Industriekultur erleben. Über mehrere themenbezogene Stationen mit außergewöhnlichen Möblierungen und entsprechenden Informationstafeln werden Wandergäste durch den ersten Bauabschnitt geführt. Zukünftig sollen auch die zwei weiteren Abschnitte zu den Themenfeldern Kultur und Natur inszeniert werden.

Weitere Informationen:

Bismarckturm – Webseite (…)
Geo-Koordinaten:  N 51° 20′ 53.9463″  /  E 7° 27′ 53.0323″

Kaiser-Friedrich-Turm – Webseite (…)
Geo-Koordinaten:  N 51° 20′ 3.0583″   /  E 7° 26′ 19.7365″

Eugen-Richter-Turm – Webseite (…)
Geo-Koordinaten:  N 51° 20′ 44.6192″  /  E 7° 27′ 18.7971″

Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Hagen e.V. – Webseite (…)

Der 3-Türme-Weg – zum Download als .pdf-Datei:   3-Tuerme-Weg-Flyer

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